Fast jeder Single – ob schon lange ohne Beziehung oder erst kurzfristig alleinstehend – hat irgendwann keine Lust mehr, allein zu sein. Dann regt sich der Wunsch nach einer neuen Partnerschaft.
Der herkömmliche Weg, potenzielle Partner zu treffen, ist, sich am Arbeitsplatz, im Nachtleben, im Freundes- und Bekanntenkreis oder einfach beim Einkaufen umzusehen. Außerdem gibt es mittlerweile das Internet. Nicht nur für karriereorientierte Vielbeschäftigte mit wenig Freizeit - also für diejenigen, die aus Zeitmangel kaum noch Gelegenheit haben, auf konventionelle Weise zu einem Flirt zu kommen -bietet sich die ebenso neumodische wie beliebte Partnersuche im Netz an. Diverse Flirt-Communities und Partnervermittlungen sprießen seit einiger Zeit unaufhaltsam aus dem Boden des World Wide Web und erfreuen sich sowohl großer Nutzerzahlen als auch angeblich beeindruckender Erfolgsquoten. Wo auch immer man suchen mag: irgendwo, irgendwann ist ER oder SIE schließlich dabei.
Der Aufbruch in eine neue Partnerschaft wird in der Regel als intensive, aufregende und schöne Zeit empfunden. Die anfängliche Devise lautet schlicht: lass uns glücklich sein! Und so findet das gegenseitige Kennenlernen oft auf sehr übersichtlichem Terrain statt. Die frisch Liierten setzen sich erst einmal so vielen schönen Erlebnissen wie möglich aus und alles, was mit Alltag und Routine zu tun hat und so die Verliebtheit gefährden könnte, wird ausgeblendet.
Nichts ist zu diesem Zeitpunkt so spannend wie das Entdecken des anderen, seiner Persönlichkeit, seiner Eigenheiten und Gewohnheiten.
Irgendwann nach den ersten Monaten stellt sich dann die Frage: Wo führt diese Beziehung hin? Hier kommt ans Licht, ob die Verliebtheit der ersten Wochen dem sich langsam seinen Weg bahnenden Alltagstrott und den immer weiter führenden Entdeckungen hinsichtlich des anderen trotzen können und sich in Liebe verwandelt. Denn in der ersten, oft vorrangig hormongesteuerten Zeit kann ein realistischer Abgleich des eigenen Charakters mit dem des anderen kaum stattfinden - zumindest entspricht er zu diesem Zeitpunkt durch seine tendenzielle Rosafärbung nicht unbedingt der Einschätzung, die in einem nüchterneren Zustand gemacht werden würde.
So zeigt sich nach dem ersten Endporphintaumel, ob man wirklich - auch langfristig - zusammenpasst, ob sich hier also tatsächlich eine neue, feste Partnerschaft entwickelt.
29. Juni